Aktuelles

20.03.2019

AWO gegen Rassismus

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

liebe AWO Freundinnen und AWO Freunde,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

heute, am internationalen Tag gegen Rassismus, setzen wir ein Zeichen. Wir machen deutlich: Ja! Wir wollen eine bunte, eine vielfältige Gesellschaft! Ja, für uns sind Menschen, die anders aussehen oder eine andere Muttersprache haben, eine Bereicherung!

 

Rassismus verletzt Menschen auf vielfältige Weise. Sei es durch Worte und abfällige Bemerkungen, sei es durch Taten oder durch ungerechte Strukturen. Rassismus findet statt, wenn Menschen z.B. aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens bei der Jobsuche oder auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt werden. Wo sich aufgebrachte Menschen vor Häusern versammeln, in denen Asylsuchende untergebracht sind und schamlos „Nein zum Asylheim!“ skandieren, tritt der mit Hass und Groll aufgeladene Rassismus offen zutage.

 

Immer wieder erleben wir bei Diskussionen um Einwanderung nach Deutschland massive rassistische Vorurteile und eine ängstliche Abwehrhaltung. Nicht selten werden dabei aus ausgrenzenden und verletzenden Worte Taten. Ungehemmter und unbegründeter Hass trifft nicht nur Asylsuchende und (Arbeits-) Migranten. Seit Jahren müssen jüdische Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen rund um die Uhr bewacht werden, jüdische Friedhöfe werden regelmäßig mit Beleidigungen und Hakenkreuzschmierereien geschändet. Zuletzt hat uns das schreckliche Attentat auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch erschüttert.

 

Für die AWO ist Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus eine ureigene Aufgabe. Auf der Basis ihrer Grundsätze stellt sie sich gegen jede Sichtweise, die Menschen nicht als Individuen anerkennt und pauschal aufgrund einer tatsächlichen oder zugeschriebenen Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe diskriminiert. Dafür wird sie sich auch in Zukunft mit ganzer Kraft und in Verbund mit vielen anderen Organisationen aus der Zivilgesellschaft einsetzen.

 

Wir – die Menschen in der AWO – stehen für Vielfalt! Jeden Tag erleben wir wie sehr uns Vielfalt bereichert - In unseren Einrichtungen und Diensten, bei der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, beim Einkaufen, beim Essen, beim Arzt, bei Kunst und bei Kulturveranstaltungen. Wir setzen heute ein Zeichen für Vielfalt und gegen Rassismus. Für uns heißt das: wir bleiben aufmerksam und wir handeln. Wir stehen für eine vielfältige Gesellschaft, eine die möglich macht, statt auszugrenzen und die jeden Menschen in seiner Eigenheit und in seiner Besonderheit wertschätzt.

 

In diesem für uns besonderen Jahr 2019 – 100 Jahre nach der Gründung der Arbeiterwohlfahrt – sind wir in besonderer Weise dazu aufgefordert für unsere Grundwerte: Solidarität, Toleranz, Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten. Unsere Werte können sich nur in einer freien und demokratischen Gesellschaft entfalten. Ein freies und demokratisches Deutschland braucht ein freies und demokratisches Europa.

 

Die Europawahl am 26. Mai 2019 ist eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union. Nationalisten und Rechtsextreme wollen mit ihr das Ende der EU einläuten. Sie wollen mit weit mehr Abgeordneten als bisher ins Europaparlament einziehen und die Europäische Idee durch ihre nationalistischen und egoistischen Positionen zerstören. Wir alle sind gefragt, den Vormarsch der Nationalisten zu verhindern!

Wir müssen dagegen halten, wenn Menschenverachtung und Rassismus gesellschaftsfähig gemacht werden sollen. Deshalb appelliere ich an Alle: Geht am 26. Mai wählen – tretet ein gegen Nationalismus und für ein demokratisches, friedliches und solidarisches Europa! Ein Europa der Zukunft, das Humanität und Menschenrechte verteidigt; für Demokratie, Vielfalt und Meinungsfreiheit steht; soziale Gerechtigkeit garantiert und einen grundlegenden ökologischen Wandel und die Lösung der Klimakrise vorantreibt.

 

Glück auf!

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